Geschichte der Kerze

Von: E. Lenders

Seit etwa 600.000 Jahren kennen die Menschen die Kraft des Feuers und nutzen sie. Jedoch erst vor 40.000 Jahren gelang es den Steinzeitmenschen erstmals Feuer selber zu entfachen und um 100 vor Chr. gab es das erste tragbare Licht in Form von Fackeln.

Die Kerze (der Name kommt vom lateinischen "Cerus"= Wachslicht) ist eine recht junge Errungenschaft in der Menschheitsgeschichte. Erstmals im Jahre 100 nach Chr. erleuchtete dieses kurzlebige Licht die Antike.  Der große Vorteil gegenüber der Fackel: Die Kerze konnte ohne lästiges Rußen und üblen Geruch auch in geschlossenen Räumen die Dunkelheit vertreiben.

Die Duftkerze des Mittelalters - Rindernierenfett und Hammeltalg

Bald entdeckten auch die Christen die Vorzüge der Kerzen. Diese Glaubensgemeinschaft, die ihr Dasein jahrelang in den dunklen und feuchten Katakomben Roms fristen mußte, bereitete der Kerze den Siegeszug in Europa. Doch Kerze war damals nicht gleich Kerze. Während sich die Kirche und Edelleute Kerzen aus wohlriechenden Wachs leisten konnten, mußten die einfachen Leute auf Talg- oder Unschlittkerzen zurück greifen. Diese übelriechenden und qualmenden Kerzen wurden meist aus Rindernierenfett und Hammeltalg hergestellt - also kein Vergleich zu den heutigen Duftkerzen.

Weltliteratur braucht Kerzenlicht

Doch auch die Wachskerzen hatten ihre Tücken: Sie mussten alle 5-10 Minuten "geschneuzt" werden, d.h. der Docht mußte gekürzt werden, um das Rußen und Tropfen der Kerze zu verringern. Selbst der Dichterfürst Johann Wolfgang von  Goethe klagte über diese mühselige Tätigkeit. "Wüsste nicht, was sie Besseres erfinden könnten, als dass Lichter ohne Putzen brennen." 1825 war es dann soweit, das Klagen Goethes wurde erhöht. Stearin und Parafin wurden als tropfenfreie und billig herzustellende Brennstoffe für Kerzen erfunden.

Adventskranz mit 24 Kerzen

Im 19. Jahrhundert entstanden besonders in Deutschland religiös begründete Kerzenbräuche. Neben dem Adventskranz, mit zunächst 24 Kerzen, hielt auch der Weihnachtsbaum Einzug in deutsche Stuben. Es waren die Protestanten, die ihm als Gegenstück zur katholischen Krippe ins Wohnzimmer holten. Zunächst wurde er nur mit Süßigkeiten und Früchten behängt. Nach der Erfindung der Stearin-Kerzen erstrahlte dann auch der Weihnachtsbaum im schönsten Kerzenlicht.


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