Stevia – kalorienarm süßen

 

Süßes schlemmen und trotzdem nicht zunehmen - das ist der Traum vieler Naschkatzen, wenn der kleine Hunger oder Schoko-Heaper über einen herfällt. Doch es geht auch ohne kalorienreichen Zucker, der nicht nur das Gewicht negativ beeinflusst, sondern auch Hauptverursacher von Karies ist. Die Alternative nennt sich Stevia und stammt ursprünglich aus Südamerika.

Stevia rebaudiana ist eine aus Südamerika stammende Pflanze. Sie wird auch oft als Süßkraut, Honigkraut und Süßblatt bezeichnet, was ihre Eigenschaften, nämlich die der Süßkraft verdeutlicht. Die Gurarani-Indianer kennen diese Pflanzen schon seit Jahrhunderten und süßen seither mit ihr ihren Mate-Tee.Als Zuckerersatz (Steviosid) wird sie heute hauptsächlich im asiatischen Bereich, z.B. zum Süßen von Getränke und Nahrungsmittel, verwendet. Damit wird in Asien mehr als 40% des Zuckerbedarfs mit dem natürlichen Süßstoff abgedeckt. In Deutschland dagegen ist Stevia als Zuckerersatz noch nicht zugelassen, da erst durch unzählige Studien bewiesen werden muß, dass durch die Verwendung von Stevia keine Nebenwirkungen zu befürchten sind. Der Süßstoff Steviosid, der aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird, wäre auch ein Lichtblick für Diabetiker. Mit gerade einmal 0,2 Kalorien pro Gramm und mit einer Süßkraft, die der des Zuckers um 20-30% übersteigt, ist Stevia praktisch kalorienfrei. Daneben werden ihr Eigenschaften nachgesagt, wonach Stevia blutdruck- und blutzuckersenkend, gefäßerweiternd und antimikrobiell und sogar Haut verbessernd ist. Letztere Eigenschaft ist besonders bei Neurodermitis und andere Hauterkrankungen interessant, da der Verzehr von Zucker oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln den Juckreiz verschlimmert. Wissenschaftlich bewiesen sind diese heilenden Wirkungen allerdings noch nicht.Auf der anderen Seite wird befürchtet, dass Stevia eine mutagene Wirkung auf ungeborene Kinder haben könnte. Allerdings gibt es auch dafür bisher keinerlei Beweise.

Stevia als Novel-Food im Handel

Bis Stevia gänzlich wissenschaftlich untersucht und getestet wurde und alle bürokratischen Hürden überwunden sind, wird noch einige Zeit vergehen. Doch die Hersteller von Getränken und Süßigkeiten sehen in ihr eine echte Marktchance. Stevioside sind derzeit nur als Novel-Food (engl. neuartige Lebensmittel) in einigen Naturkostläden erhältlich und mit knapp 7 € pro 25g noch recht teuer. Steviapflanzen kann man in fast jedem gut sortierten Pflanzenmarkt für ein paar Euro erstehen und im eigenen Garten anpflanzen.

Seit 2006 wird sogar erforscht, ob Stevia in Südeuropa als Tabak angebaut werden kann. Da die EU dafür jedoch keine Gelder zur Verfügung stellt, sind die Wissenschaftler auf Investoren angewiesen.

Mit Stevia süßen

Die getrockneten Steviablätter können zum Süßen von Tees, mit dem Tee in ein Teesieb gegeben werden. Aus 50g getrocknete Blätter und 500g Wasser läßt sich auch ganz leicht das eigene Süßmittel herstellen. Die Blätter dazu kurz im Wasser aufkochen und anschließend durchsieben. Das so entstandene Süßmittel sollte in Fläschchen gefüllt im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Haltbarer ist ein alkoholischer Extrakt. Dazu läßt man Steviapulver- oder blätter für 24 Stunden in reinem Alkohol ziehen. Anschließend mit Wasser verdünnen.
Mit dem Steviaextrakt lassen sich auch gekochte Speisen süßen. Der Alkoholgehalt reduziert sich, wenn die Speisen langsam aufgekocht werden und der Alkohol verdunsten kann.


Abgelegt in: Was ist was

Werbung
Rezept suchen
Bitte geben Sie einen Suchbegriff ein.
Newsletter

Hier Email eintragen: