Was schmeckt besser - Brötchen oder Semmel?

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Verfasst am: 02. 07. 07 [09:04]
Superkoch
Themenersteller
Dabei seit: 01.07.2007
Beiträge: 7
Hey, ihr lieben Hobby-Bäcker,

bin als Vertreter in Deutschland viel unterwegs und immer noch erstaunt, dass ich in München Semmel statt Brötchen bekomme und in Berlin Schrippen statt Semmeln. Vom Geschmack her konnte ich noch keinen Unterschied feststellen. Meine Frage nun: Konnte man sich nur nicht auf einen Namen einigen oder gibt es Unterschiede bei den Inhaltsstoffen?

PS: Den Vogel haben wohl die Schweizer abgeschossen, hier bekommt man ein Wegli, fehlt nur noch die Wurst.

Euer
Superkoch
Verfasst am: 07. 07. 07 [16:11]
zweihalbdrei
Dabei seit: 07.07.2007
Beiträge: 73
Aus Wikipedia zum Thema Schrippe

Neben dem Begriff "Brötchen", der vornehmlich im nördlichen Teil des deutschen Sprachraums Verwendung findet, bestehen in verschiedenen Regionen diverse andere Bezeichnungen.
Brötchen selbst kommt vor allem in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, im nördlichen Rheinland-Pfalz, weiten Teilen Hessens, im nördlichen Sachsen-Anhalt und Teilen Brandenburgs vor. In Thüringen, im südlichen Sachsen-Anhalt und in Sachsen werden sowohl "Brötchen" als auch "Semmel" verwendet.
In einigen Regionen besteht ein Bedeutungsunterschied zwischen "Brötchen" und "Semmel", in den meisten sind es jedoch Synonyme.
· Semmel (von lateinisch: simila = Weizenmehl, ursprünglich aus dem Assyrischen samidu = weißes Mehl) in Bayern, Österreich, teilweise in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
· Weck(-e/-en/-le/-la) vor allem in Baden-Württemberg und Franken, der Pfalz, dem Saarland, Südhessen und im fränkischen Teil Thüringens (Südthüringen).
· Weggli, Weggen in der Schweiz
· Rundstück in Schleswig-Holstein, Hamburg und Teilen des nordwestlichen Niedersachsens (siehe auch Hamburger)
· Schrippe in Berlin, Brandenburg (siehe unten), ostholsteinische Schweiz und Sylt.
· Kipf(-l/-la/-le), Laabla (Laiblein), Stella in Franken.

Regionale Varianten
Es gibt zahlreiche regionale Varianten, die Brötchenteig oder ähnlichen Teig verwenden, aber in der Form erheblich abweichen und eigene Bezeichnungen haben.
· Fastenwaien werden in der Schweiz und in Südwestdeutschland während der Fastenzeit in den Bäckereien angeboten. Der Teig enthält Fett und /oder Eier, wird flach rautenförmig ausgezogen, vierfach eingeschnitten und mit Kümmel bestreut.
· Hörnchen sind hörnchenförmig gebackene Brötchen aus Semmelteig oder Milchbrötchenteig. Hörnchen fühlen sich von allen Brötchen am weichsten beim Zubeißen an, das gebackene Brötchen gibt sehr nach. In der Tschechischen Republik und in der Slowakischen Republik ist die Hörnchenform für Brötchen Standard. Im deutschsprachigem Raum gibt es sie zum Beispiel in Sachsen und Rheinland-Pfalz. In manchen Regionen, zum Beispiel im Rheinland, gibt es Hörnchen- und Stangengebäck aus Brötchenteig vorrangig mit Käse überbacken oder mit Kümmel, Salz oder anderen Zutaten bestreut.
· Kaisersemmel in der Schweiz und Süddeutschland. Sie besteht aus normalem Weißbrotteig mit langer Teigführung. Sie ist rund und weist auf der Oberseite ein typisches fünfteiliges Spiralmuster auf. Ursprünglich wird es durch aufwändiges Wirken des Teiges erzeugt, heute wird in der Regel ein spezieller Stempel auf das angegarte Teigstück gedrückt. Die Semmel hat dadurch einen höheren Anteil an Kruste und ist deshalb "rösch" und aromatischer.
· Semmel und Kaisersemmel in Österreich, Teig und Form wie oben angeführt, die Kaisersemmel ist aus der doppelten Teigmenge gebacken. Unterschieden wird zwischen Handsemmel (wie im Bild) und Maschinensemmel.
· Knauzen ist ein besonders großes Brötchen aus Dinkel- und Weizenmehl. Er ist als Spezialität besonders im oberschwäbischen Biberach bekannt. Den speziellen Geschmack erhalten sie durch Handarbeit und einer langen Reifezeit von bis zu 20 Stunden. Durch das Backen in einem besonders heißen und trockenen Ofen (hinten offen) bildet sich erst eine Kruste, und wenn dann das Innere aufgeht, bricht die Kruste an einer Stelle auf und es bildet sich ein knuppelförmiger Auswuchs: der Knauzen.
· Knüppel in Sachsen und Brandenburg länglich geformtes ("eingeschlagenes") Brötchen mit einem Anteil von Milch und Schmalz im Teig
· Die Konduktsemmel (auch: Totenlaibchen) gibt es in Oberösterreich zur Mahlzeit nach einem Begräbnis - dem Kondukt. Sie ist größer als normale Semmeln und mit Kümmel und Anis bestreut.
· Langsemmel in der Steiermark weit verbreitete Semmelvariante. Sie besitzt eine ovale Form mit einer ausgeprägten Längsrille an der sie in zwei Teile gerissen werden kann.
· Laugensemmel (Laugenbrötchen, Laugenwecken) vorwiegend im süddeutschen Raum werden vor dem Backen mit Natriumhydroxidlösung (Natronlauge) benetzt, sind also ein Laugengebäck. Hierdurch ergibt sich der typische Geschmack und die glänzende, dunkelbraune Farbe. Meist kreuzförmig eingeschnitten und mit grobem Salz betreut.
· Röggelchen in Köln sind gleichfalls mit mindestens 5 % Roggenmehl gebacken und werden z. B. als Halver Hahn mit Gouda in Gaststätten angeboten. Das Doppelbrötchen wird sehr dunkel ausgebacken.
· Schrippe in Berlin, Teilen Brandenburgs, Frankens, Kirn und auf Sylt. Sie ist länglich und hat einen tiefen Schlitz in Längsrichtung auf der Oberseite. Dadurch bekommt sie mehr knusprige Kruste und gart gleichmäßig durch. Sie besteht grundsätzlich aus Wasser- und nicht aus Milchteig.
· Schusterjunge in Berlin, aus einem Weizen-Roggen-Mischmehl gebacken. Er hat eine dunkelbraune Farbe, bleibt etwas länger haltbar und ist meist etwas weicher im Biss als die Weizenmehlbrötchen. Charakteristisch ist die zweifach geschnittene Oberfläche.
· Semmel in Sachsen und Franken sind zwei zusammengefügte, kleine Brötchen, meist mit Längsschnitt (?Doppelsemmel?).
· Springbrötchen im Großraum Osnabrück sind Brötchen aus kleberarmem Mehl, die vor dem Backen mit einer Fettschicht bestrichen werden.
· Stollen sind längliche, etwas größere Brötchen, meist leicht mit Anis gewürzt. Sie kommen in Oberfranken vor und werden vorzugsweise mit zwei oder drei Kulmbacher Bratwürsten verzehrt.
· Strohsemmel eine Art Milchbrötchen, das vor dem Backen mit kochendem Wasser (oder Honigwasser) gebrüht und auf Roggenstroh gebacken wird. Die Unterseite weist Rillen vom Stroh auf und manchmal sind sogar noch Reste des Strohs zu finden. Strohsemmel sind nur in wenigen Städten wie Lemgo bekannt.
· Wasserweck, in Frankfurt am Main, Rheinland-Pfalz, Baden und dem Saarland. Hergestellt aus Mehl, Salz und Wasser. Form: jeweils 2 kugelrunde Brötchen hängen aneinander.
· Zeilensemmel in der Steiermark aus sechs aneinandergereihten, länglichen Semmeln.

So, das wär' geklärt.
gruß von zweihalbdrei
Verfasst am: 10. 07. 07 [12:43]
Thomas
Dabei seit: 20.06.2007
Beiträge: 10
Hallo,
also im Urlaub in Wilhemshaven, da war ein Bäcker der hatte Brötchen und Schrippen. Da hatte ich den direkten Vergleich. Die Schrippen, sind schmaler und sehr knusprig während die Brötchen größer und oval waren.
Mir haben da die Schrippen besser geschmeckt!

Gruß Thomas
Verfasst am: 10. 07. 07 [14:12]
zweihalbdrei
Dabei seit: 07.07.2007
Beiträge: 73
Hallo Thomas!
Wenn man an so exotischen Gestaden Urlaub macht, kann man da sicher auch Frikadellen und Bouletten einträchtig nebeneinander liegen sehen. Vielleicht bei Bäcker Becker sogar Pfannkuchen und Berliner. Aber schmecken Schrippen aus Berlin genauso wie Wilmshavner Schrippen ? Ich habe mich auch nach 25 Jahren nicht an die sprachliche Umstellung von Brötchen auf Schrippen gewöhnt, würde mir aber auch nie ne Stulle schmieren.

Gruß
zweihalbdrei
Verfasst am: 10. 07. 07 [16:06]
Thomas
Dabei seit: 20.06.2007
Beiträge: 10
Hallo zweihalbdrei,
ich glaube der Bäcker hieß Kempe und nicht Bäcker Becker.
Der Name ist mir auch aufgefallen: Bäcker Becker. icon_lol.gif

Vielleicht findet sich ja jemand, der nun wirklich sagen kann ob eine Schrippe anders schmeckt als ein Brötchen.

Gruß Thomas
Verfasst am: 14. 12. 19 [16:48]
Steffanie
Dabei seit: 01.10.2018
Beiträge: 12
Mir werden immer Brötchen besser schmecken, da ich sie seit meiner Kindheit liebe und gerne esse und zwar nicht nur zum Frühstück.
Ich backe allerdings seit ungefähr drei Jahren selbst Brot und auch keine Brötchen zum Frühstück, aber ich benutze verschiedene Getreidesorten, so dass der Geschmack etwas anders ist. Außerdem kommen in mein Brot auch verschiedene Samensorten, was den Geschmack noch besser macht.
Übrigens, das Getreide mahle ich auch selbst und zwar mit solch einer Getreidemühle, die ich mir eigentlich irgendwann mal für Kaffee gekauft habe. Aber sie ist auch für Getreide super.
Ist noch jemand hier, der nur noch selbstgemachtes Brot isst??
LG



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