Rezept Alles Koscher? - Die Grundlagen der jüdischen Speisegesetze

Von: Andrea Janssen

Die jüdischen Speisegesetze haben nichts mit Hygienevorschriften zu tun sondern formulieren die Bedingungen, unter denen jemand am Gottesdienst teilnehmen darf. Sie entspringen dem Bewusstsein, dass der Mensch nicht ohne Vorbereitung in die Nähe des heiligen Gottes treten kann.

Auf eine meist recht vage Art und Weise sind diese Speisegesetze Nichtjuden unter dem Begriff „koscher“ bekannt.

Koscher ist gleichbedeutend mit tauglich, erlaubt.

Welche Speisen erlaubt und verboten sind steht in der Bibel in dem 5. Buch Moses.

Rabbiner haben die Gesetze gezählt, sie kamen auf 613,

  • 365 Gebote, wie die Tage im Jahr
  • 248 Verbote, wie die Anzahl der Glieder des menschlichen Körpers.

Durch die rabbinischen Auslegungen kommen noch zahlreiche Verordnungen hinzu. Es gibt zusätzlich eine Unmenge an Speisevorschriften, die zeitlich an Fest- und Fastentage oder auch an Trauertage gebunden sind, hier sei das Paschafest erwähnt, an dem beispielsweise nur ungesäuertes Brot gegessen werden darf.

 

Koscher       = erlaubt

Trefe            =  unrein, verboten

Erlaubt sind von den Säugtieren nur diejenigen, die gleichzeitig Paarhufer und Wiederkäuer sind: Rinder, Rehe, Hirsche, Schafe, Gämsen, Ziegen, Büffel.

Verboten sind: Schweine, Hasen, Kamele, auch Pferde und Esel.

Der Verzehr von Raubvögeln verboten, da sie sich durch Fressen anderer Tiere ernähren.

Nicht einig sind sich die Rabbiner über Wachteln, Rebhühner und Fasane, da sich in den Quellen keine Angaben zu ihnen befinden. Erlaubt sind Vögel, wie Enten, Hühner, Gänse und Puten.

Fische und Meerestiere nur diejenigen die Schuppen und Flossen haben und sich durch Laichen vermehren. Also keine Aale, Austern, Krebse, Krabben und Störe.

Bei Obst und Gemüse gibt es keine Einschränkungen.

 

Trennung von Fleisch- und Milchspeisen

Außerdem müssen Fleisch- und Milchspeisen getrennt zubereitet werden und dürfen nicht zusammen gegessen werden. Die Einhaltung der Speisegesetze erfordert sogar zweierlei Geschirr, Besteck, Töpfe, Küchentücher und auch Abgüsse. Die meist unterschiedliche Farben haben, rot und weiß. Heutzutage benutzen orthodoxe Juden sogar zwei Spülmaschinen.

 

Der Verzehr von Blut ist verboten

Auch das Schlachten der erlaubten Tiere, die so genannte Schächtung, untersteht einer Vielzahl von Vorschriften, die alle auf dem Verbot basieren, das Juden kein Blut verzehren dürfen. Daher muss der Schocheth, ein besonders qualifizierter jüdischer Schlachter, die Tiere töten.

 

Besondere Speisen durch besondere Gebote

Durch das Verbot, samstags zu arbeiten, dazu gehört auch das Feuer machen und Kochen, sind besondere Gerichte entstanden, wie die „Gesetzte Suppe“, die im Backofen fertig köchelt, damit am Samstag auch warmes Essen auf den Tisch kam.

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